Volvo ergo sum – Oder: Wie konnten wir nur so faul werden?

Skulptur symbolisiert Ausgeglichenheit - Abe Mossop
Skulptur symbolisiert Ausgeglichenheit - Abe Mossop
Erlangen Sie mehr Ausgeglichenheit und Gelassenheit durch Bewegung. Ein Plädoyer für mehr Bewegung, mehr Spontaneität und letztlich: für mehr Lebensfreude.

Der Mensch rollt, fährt, fliegt, aber in jedem Falle vermeidet er überflüssige Bewegung. Morgens schleppt er sich ins Auto, kämpft bei der Firma angekommen um einen Parkplatz, der dem Eingang am nächsten ist. Schwer erschöpft fällt er dann in den Bürostuhl. Später, falls es nicht gleich nach Hause geht, macht er vielleicht einen Abstecher ins nächste große Möbelhaus, um sich ein bisschen Trödel zu kaufen, den er überhaupt nicht braucht, der aber die Seele des Menschen streichelt. Der Kampf um den eingangsnahen Parkplatz ist auch hier unausweichlich, aber schließlich hat er es zur Eingangstür geschafft.

Die Architekturkomponente im Corporate Design eines bekannten Möbelhauses lässt den Eingangsbereich weltweit fast identisch mit einer schmalen Rolltreppe neben einer 3 Meter breiten konventionellen Treppe liegen. Es handelt sich um einen Höhenunterschied von ungefähr 4 Metern, um in den ersten Stock zu gelangen.

Wir haben die Entscheidungsfreiheit: Nutzen wir sie!

In Stoßzeiten stehen Menschen, Jung und Alt, Mann und Frau, einträchtig in einer langen Schlange an der 1 Meter breiten Rolltreppe an, um sich befördern zu lassen. Die 3 Meter breiten Treppenstufen, die zudem aufgrund der ausgeklügelten Besucherlenkung zu 99% keinen Gegenverkehr bergen, bleiben leer.

Augenscheinlich ist der überwiegende Teil der Ansteher in der Blüte des gebär- bzw. zeugungsfähigen Alters und erscheint zumindest durchschnittlich beweglich, einige sehen sogar nach regelmäßigem Fitnessstudio-Besuch aus, und doch kommt keiner auf die Idee, die mehrere Meter lange Schlange vor der Rolltreppe zu verlassen und die paar Schritte einfach zu Fuß zu gehen. Ist es der Gruppenzwang? Gedankenlosigkeit? Oder einfach diese schleichende, müde machende Resignation des Mainstream-Lebens, die uns so faul werden lässt?

Der Alltag kann voller Spaß und Spontaneität sein

Kinder laufen im Wettlauf eine Treppe hoch, und der Sieger ruft mit strahlenden Augen: "Erster!"

Das können und dürfen auch Erwachsene ...man ist nur so alt, wie man sein möchte.

Die Bäckerei ist nur einen Kilometer entfernt. Aber verschlafen am Sonntagmorgen nimmt man aus reiner Bequemlichkeit doch wieder einmal das Auto,um sich selbst und die 8 Brötchen zu transportieren. Man könnte doch auch wieder einmal zu Fuß gehen, oder?

Die verlockende Rolltreppe, die fast immer neben den normalen Treppenstufen angeordnet ist, ist kein Zwang. Man darf auch die normale Treppe benutzen. Und so einfach hat man wieder ein bisschen mehr Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit im oft sehr reglementierten Alltag gewonnen.

Fazit: Bewegung, Bewegung!

Bewegung ist gewiss nicht alleinig selig machend, aber sie ist ein Schlüssel zu Spontaneität, Entwicklung und Freude.Mit nur ein bisschen Anfangsimpuls kann man seinem inneren Schweinehund einmal zeigen, was alles in einem steckt – und vielleicht war dieser Artikel ja der Anfangsimpuls zu mehr Bewegungsfreude.

Abe Mossop, Abe Mossop

Abe Mossop - Warum schreibe ich Satire? Fragt lieber: Wie kann ich es vermeiden?

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